Von achtsamer Tierhaltung bis zu verantwortungsvollem Fleischkonsum

Saftige Weiden, genügend Auslauf, ein wunderschöner Teich und Schutz vor unliebsamen Gästen. Ein achtsamer Umgang mit den Tieren ist für Kathrin Grillitsch selbstverständlich. Jede Gans wächst ihr und ihrer Familie schnell ans Herz, weshalb gerade die Martini-Zeit für sie immer mit Wehmut verbunden ist. Umso dankbarer sind sie für das schöne Leben, dass sie den Gänsen bis dahin bereiten dürfen.

Wie fühlt man sich als Mama von über 200 Gänsen?

Ein tolles Gefühl – Freude und auch viel Verantwortung. Aber natürlich bin ich ebenfalls stolz, dass wir auch in diesem Jahr wieder so viele Gänse großziehen konnten und ein so tolles Produkt auf unserem Hof vermarkten können.

 

Erzähl uns was über deine Beziehung zu den Tieren!

Die Gänse sind besondere Tiere, sie brauchen am Anfang rund um die Uhr Betreuung. Im Laufe der Zeit wird das immer weniger, aber natürlich wachsen sie der ganzen Familie ans Herz, sodass wir uns jedes Jahr schon wieder darauf freuen, wenn sie endlich zu uns kommen.

Was bekommen denn die Gänse zu fressen?

Saftiges Gras in den St. Peterer Auen und am Abend bekommen sie Bio-Geflügelkorn, damit sie ein gleichmäßiges Gewicht erhalten. Diese zusätzliche Futtergabe lockt die Gänse in den Stall, wo sie die Nacht verbringen, damit ihre natürlichen Feinde, der Fuchs und der Mader, sie nicht besuchen können.

Warum glaubst du, dass sich die Tiere bei euch besonders wohl fühlen?

Ich glaube, dass es die Umgebung ausmacht. Die St. Peterer Au ist für Mensch und Tier ein richtiger Wohlfühlort, zudem stehen ihnen große, saftige Weiden und ein wunderschöner Teich zur Verfügung.

Zu Martini heißt es dann leider Abschied nehmen – wie gehst du damit um?

Ich halte mir immer vor Augen, dass die Gänse eine wunderschöne Zeit bei uns verbringen durften und im Gegensatz zu anderen Tieren mehr als artgerecht gehalten wurden, aber natürlich ist zu Martini auch etwas Wehmut dabei.  Die Landwirtschaft bringt mit sich, dass die Tiere geschlachtet werden, wir müssen uns nach einiger Zeit von den Tieren, die wir zum Teil bei uns am Hof aufgezogen haben, trennen. Zum Unterschied von Gut Aiderbichl, sind wir kein Gnadenhof,  sondern müssen von unserer Produktion leben.

Verantwortungsvoller Fleischkonsum – wie sieht der für dich aus?

Wenn der Konsument auf die Herkunft des Fleisches achtet, regionales bevorzugt und am besten direkt vom Bauernhof das Fleisch kauft, dann kann man das als verantwortungsvoll bezeichnen. Fleisch soll auch nicht jeden Tag auf den Teller kommen. Eine ausgewogene Mischkost mit regionalen, saisonalen Produkten sollte das Ziel sein.

Was wünscht du dir von deinen Kunden?

Von meinen Kunden wünsche ich mir, dass sie dieses Produkt und dessen Herkunft schätzen, aber auch dass sie bei anderen Fleischeinkäufen über die Komponenten Herkunft und Haltung nachdenken.

Darf man bzw. soll man dich und deine Gänseherde besuchen?

Auf alle Fälle! Unsere Gänse sind auch meine Familie, und wir freuen uns immer über Besuch.

Kathrin Grillitsch

Möschitzstraße 8,
8755 Sankt Peter ob Judenburg