Für starke Wirtschaft & hohe Lebensqualität

Der Fachkräftemangel in der Industrie ist allseits bekannt, wobei die Situation jede Branche und Größe betrifft. Nachdem in den letzten Jahren in der Region verstärkt der Tourismus ausgebaut wurde, ist nun auch dort der Fachkräftemangel stark zu spüren. Wir haben zusammengefasst, welchen Weg Bildung und Ausbildung gehen müssen, damit es auch 2030 heißt: Österreichs starke Region.

Fachkräftemangel abfedern

Laufende Imagekampagnen sind starke Instrumente, dem Fachkräftemangel gegenzusteuern. Da die unternehmensinterne Auseinandersetzung mit der Thematik des demografischen Wandels Ressourcen verschlingt, kann nur das kollektive Auftreten in der Region etwas bewegen. Die konzertierten Maßnahmen ermöglichen es Betrieben, jene Angebote zu nutzen, welche Ihnen individuell am besten helfen können. So ist es etwa wichtig, Arbeitgeber schon früh an die Arbeitskräfte von morgen – am besten im Kindesalter – heranzuführen, Berufsbilder vorzustellen und Betriebe kennenzulernen. Ganz nach dem Motto: „Wirtschaft zum Angreifen“ – hierzu wurden Tage der offenen Türen initiiert und die Lehrlingsstrategie überarbeitet. Kein unwesentliches Detail: Obwohl der Tourismus auf dem Vormarsch ist, sind Ausbildungsberufe im Tourismus oft unbeliebt und viele brechen die Ausbildung auch ab.

Unternehmen im Kampf um Lehrlinge unterstützen

Gute Ausbildung ist nicht abhängig von der Mitarbeiteranzahl oder der Umsatzhöhe. Hier sind vielmehr Faktoren wie Betreuung, Lernen im Betrieb, Engagement des Unternehmens, Erfolgschancen, Lehre mit Matura etc. ausschlaggebend. So ist für angehende Lehrlinge auch eine Vorbereitung im Sinne des Bewusstwerdens der Aufgaben in der kommenden Ausbildung als sinnvoll zu erachten. Hier finden Kandidaten Antworten auf die Fragen „Was haben Lehrlinge zu leisten“ oder „Was dürfen Lehrlinge vom Unternehmen erwarten“. Auch können sich Ausbildner so besser auf zukünftige Lehrlinge vorbereiten. Darüber hinaus bietet sich Gelegenheit, Basiskompetenzen wie Deutsch und Mathematik oder auch Englisch zu fördern, um fit für die Herausforderungen der Berufsschule zu sein.

Erfolgreiche Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen

Die Rolle von Wirtschaft und Unternehmen/Unternehmertum hat in österreichischen Schulen/Schulsystem leider keinen hohen Stellenwert. Dabei ist es besonders wichtig, bereits in der Volksschule die SchülerInnen mit Wirtschaft vertraut zu machen. Auch auf die sich verändernden Berufsanforderungen der Zukunft müssen Schulen reagieren – denn in Zukunft werden noch verstärkt Angebote in MINT(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik)-Fächern und berufsorientierten Unterrichtsfächern angeboten werden müssen. Um hier ein regionales Beispiel zu nennen: Mit dem Projekt „Wirtschaft zum Angreifen“ von Kraft. Das Murtal wurde der Zeitgeist exakt getroffen, Kinder an die Wirtschaft heranzuführen und – umgekehrt – Betriebe aus Murau Murtal vorzustellen sowie kennenzulernen. Das Projekt bringt schon im Volksschulalter Kinder mit Technik und Industrie in Verbindung bzw. trägt dazu bei, sie zu begeistern.

Früh übt sich & Praxis bringt´s

Die bessere Abstimmung des ersten und zweiten Bereichs der schulischen Grundausbildung wird durch die verschiedenen Campusschulen der Region Murau-Murtal unterstützt, in welchen in Schwerpunkten auf standortspezifische Desiderate hingearbeitet wird. Beispielhaft zu erwähnen ist der Campus Judenburg Lindfeld, der mit dem Wirtschaftsschwerpunkt von der ersten Schulstufe an die Kinder mit Rohstoffen, die in den Unternehmen der Region bearbeitet werden, vertraut macht. Die Kinder erleben Produktionsvorgänge in den Betrieben und entwickeln ein unternehmerisches Bewusstsein, das Jahr für Jahr durch neue Erlebnisse bereichert wird. In neun Schuljahren werden die jungen Menschen sukzessive mit den unternehmerischen Angeboten und Bedürfnissen der Region konfrontiert und haben bereits früh genug die Gelegenheit, ihre beruflichen Neigungen zu entdecken.

Ohne Weiterbildung geht heute nichts mehr

Das Bild des Erwachsenen, der in einem Beruf bei einem Unternehmen ein ganzes Leben arbeitet, ist heute nicht mehr die prototypische Karriere. Veränderungen in der Arbeitswelt hinsichtlich Digitalisierung und Automatisierung sind längst schlagend – das Ende von durchgehenden Berufslaufbahnen ist Realität. Daher bedarf es neuer Flexibilität und Weiterbildung. Was lebenslanges Lernen bedeutet, erfahren heute Kinder oft schon in der Familie, wenn die Eltern für ihre berufliche Entwicklung büffeln müssen. Sie lernen, dass es bei Veränderungen im Beruf Eigeninitiative braucht und Durchhaltevermögen. Aus- und Weiterbildung sind die kraftvollsten und nachhaltigsten Möglichkeiten, dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Agilität und Digitalisierung der Unternehmen sind enorm und konfrontieren nicht nur Unternehmen, sondern auch Beschäftigte tagtäglich mit sich stetig ändernden Anforderungen. Das längere Berufsleben bedarf eines geänderten Zugangs zur Weiterbildung, weil die Generation 50+ nicht zur Randgruppe werden soll, sondern Leistungsträger und Wertevermittler für die Fachkräfte von morgen. Voraussetzung, um den Standortvorteil der Region zu manifestieren, sind laufend aktualisierte und den Bedürfnissen angepasste Weiterbildungen und Qualifikationen. Unternehmen selbst müssen sich zu lernenden Organisationen weiterentwickeln und im Hinblick auf unterschiedlichste Anforderungen ihre Mitarbeiter und Facharbeiter auch in ihrer Aus- und Weiterbildung optimal unterstützen können. Onlineportale wie „Horst“ Bildung Online ermöglichen einen digitalen innovativen Überblick über das Weiterbildungsangebot der Region Murau Murtal.

Frauen als „hidden champions“ in Österreichs starker Region

Der „Female Shift“ – also der Einfluss von Frauen in allen Bereichen (Wirtschaft, Politik, Gesellschaft) – ist ansteigend. „Gender Gaps“ – also ein fehlender oder zu geringer Frauenanteil – konnten in den letzten Jahren vor allem in den Bereichen Bildung und Gesundheit geschlossen werden. Im Management besteht allerdings noch Luft nach oben.

Das Angebot an technischen Berufsausbildungen für Frauen ist mannigfaltig. Von digitalen Ausbildungen wie Mediengestaltung bis hin zum Mechatroniker in der Hightech-Industrie stehen Mädchen und Frauen mittlerweile alle Türen offen. Informatik ist ein wichtiger Bestandteil des großen Berufsfeldes Technik. Auch die Physik bietet Felder, die in ihrer Vielfalt Elektronik oder Mechanik noch weit überschreiten.

Mädchen gehören daher verstärkt ermutigt, sich in einstige Männerdomänen bei der Berufswahl zu trauen. Dies stellt auch eine der Schlüsselmaßnahmen gegen den Fachkräftemangel dar. Solche Motivation am Ende der Pflichtschulzeit ist jedoch viel zu spät: Eigentlich muss man Mädchen (und auch Jungen) schon vom Kindergartenalter an neugierig auf Natur, Technik und logisches Denken machen.

Eine nicht zu leugnende Diskrepanz besteht aber nach wie vor bei der Vereinbarkeit von Beruf mit der Familie – was Karrierechanen für Frauen nach wie vor mindert. Doch es tut sich bereits einiges: Viele Firmen in der Region bieten flexible Arbeitszeitmodelle. Was noch unbedingt realisiert werden muss, ist der Ausbau von Einrichtungen, die zeitlich uneingeschränkt (auch bei Schichtarbeit oder im Tourismus) hochwertige Kinderbetreuung sicherstellen. Dies sollte im Sinne der Standortsicherung vordringliches Ziel der Unternehmen und der Region sein.

Meilensteine & Roadmap 2030

Unter Nachhaltigkeit verstehen wir die nachhaltige und effektive Ausgestaltung von Netzwerken, welche Industrie, Städte, Gemeinden, Schulen verbindet und zueinander in Interaktion setzt. Die Gemeinden als Schulerhalter werden zu starken Motoren in der Entwicklung standortspezifischer Bildungsmodelle, indem Ressourcen gebündelt und damit optimal eingesetzt werden können. Die Kinder unserer Region sollen so traditionell wie möglich aufwachsen. Wir müssen dazu beitragen, dass sie starke Wurzeln in dieser, ihrer Heimat entwickeln. Eine echte Verbundenheit zur Heimat aufzubauen, funktioniert nur über die Erlebnisebene und über vorgelebte Werte und Beziehungen. Andererseits müssen wir den Kindern Flügel geben und sie auf Herausforderungen in einer Zukunft vorbereiten, die wir uns aktuell nicht im Mindesten vorstellen können. Dazu brauchen sie viele Erfahrungen im realen Leben und eine hohe Flexibilität im Denken.

  • Um auf die geänderten Anforderungen einer digitalen Generation erfolgreich einwirken zu können, ist die Transformation von Lern- und Lehrumgebung das Gebot der Stunde. Eine grundlegende Veränderung, auch im Prestige von schulischer Bildung, ist nötig. Das Umdenken muss in die Richtung „Lernen dürfen, nicht lernen müssen“ gehen. Der Fleiß und die Mühe, die zum Lernen gehören, dürfen ruhig thematisiert sein und Erfolge sollten in der Gesellschaft mit Stolz gefeiert und honoriert werden. Nicht jene, die stören und zerstören, sollen die Anerkennung in der Gruppe erhalten, sondern jene, die als positive Vorbilder voran gehen.
  • Um auf die geänderten Anforderungen einer digitalen Generation erfolgreich einwirken zu können, ist die Transformation von Lern- und Lehrumgebung das Gebot der Stunde. Eine grundlegende Veränderung, auch im Prestige von schulischer Bildung, ist nötig. Das Umdenken muss in die Richtung „Lernen dürfen, nicht lernen müssen“ gehen. Der Fleiß und die Mühe, die zum Lernen gehören, dürfen ruhig thematisiert sein und Erfolge sollten in der Gesellschaft mit Stolz gefeiert und honoriert werden. Nicht jene, die stören und zerstören, sollen die Anerkennung in der Gruppe erhalten, sondern jene, die als positive Vorbilder voran gehen.

 

  • Starke Multiplikatoren helfen uns bei der Verwirklichung unserer Visionen. Dazu gehören die Kompetenzentwicklung und Ausbildung der Lehrenden, Ausbildenden und Pädagogen, um auf gesellschaftliche Trends reagieren zu können und ein Bewusstsein für die Bedeutung der Ausbilderrolle und deren Aufgabe als Multiplikator für erfolgreiche Bildung zu vermitteln. Die Komplexität und der Umfang der Aufgaben im Rahmen einer Roadmap 2030 sind enorm.Unsere Fokus-Themen sind daher:
    • Fachkräftemangel
    • Lehrlingsausbildung
    • Beziehung Schule–Unternehmen
    • Erwachsenenbildung/Weiterbildung
    • Stärkung von Frauen bei Karriere
    • Verbesserung von Angeboten in Kinderbetreuung
    • Umgang mit der Generation 50+ als Arbeitstitel für umfangreiche MaßnahmenNetzwerke wie Kraft. Das Murtal vereinen alle relevanten Akteure und haben durch das starke Kollektiv die Möglichkeit, nachhaltige Maßnahmen im Bildungsbereich zu implementieren.