Pressekonferenz: Neue Geschäftsführung beim Regionalmanagement

Es tut sich einiges in der Region Murau Murtal. Derzeit steht ein Führungswechsel im Regionalmanagement Obersteiermark West (ROW), der zentralen Schnittstelle für die regionale Entwicklung in der Region Murau Murtal, an.


Geschäftsführerin Bibiane Puhl, die nach 13 Jahren die Geschäftsstelle verlässt, wird in den nächsten Monaten ihre Agenden an Nachfolgerin Christine Bärnthaler übergeben. Aus diesem Anlass laden die Vorsitzenden des Regionalverbandes Obersteiermark West, Manuela Khom und Gabriele Kolar, zu einem Pressegespräch ins Holzinnovationszentrum ein.

Den erfolgreichen Weg in den nächsten Jahren fortsetzen

LTagsPräs.in LAbg. Manuela Khom, Vorsitzende der Region Murau Murtal zum Geschäftsführungswechsel: „Wir haben mit Bibiane Puhl in der Vergangenheit viele gute Dinge gemeinsam auf den Weg gebracht. Diesen erfolgreichen Weg wollen wir mit der neuen Geschäftsführerin fortsetzen. Christine Bärnthaler bringt ein sehr gutes Rüstzeug für die Tätigkeit als Regionalmanagerin mit. Sie ist eine profunde Kennerin der Region Murau Murtal und hat zudem einen guten Außenblick, was für die Tätigkeit von großem Vorteil ist.“ Christine Bärnthaler wurde nach einem intensiven extern begleiteten Auswahlprozess inklusive Hearings, unter 34 Bewerber*innen vom Regionalvorstand als neue Geschäftsführerin ausgewählt. Auch die zweite LTagsPräs.in LAbg. Gabriele Kolar, stellv. Vorsitzende der Region Murau Murtal, freut sich über die Personalauswahl des Regionalvorstandes: „Mit Christine Bärnthaler haben wir eine Regionalentwicklungsexpertin als Nachfolgerin ausgewählt, der u.a. die Zukunftsthemen Klimaschutz und Nachhaltigkeit große Anliegen sind. Bereits bei ihrer Tätigkeit im judenburger Umweltreferat hat sie zahlreiche Projekte umgesetzt. Gemeinsam mit ihr möchten wir in den nächsten Jahren den eingeschlagenen Weg der Klimaenergiemodellregion Murau Murtal (KEM) fortsetzen und Projekte wie das Alltagsradfahren umsetzen“.

Das ROW als DIE zentrale Schnittstelle für Regionalentwicklung der Region Murau Murtal

Bibiane Puhl kann mit Stolz auf die Arbeit der letzten Jahre zurückblicken: „Durch die sehr gute Zusammenarbeit mit Stakeholdern aus Bildung, Soziales, Verwaltung, Wirtschaft und Politik konnten wir in den letzten Jahren zahlreiche innovative Projekte initiieren, begleiten und selber umsetzen. Dadurch sind wir DIE zentrale Schnittstelle für Regionalentwicklung der Region Murau Murtal geworden“, so Geschäftsführerin Bibiane Puhl. „Regionalentwicklung bedeutet für mich Kooperationen und Prozesse erfolgreich zu gestalten – nur gemeinsam sind wir stark und können selbstbewusst die Verantwortung für unsere Region tragen und unsere Region entwickeln.“

Zahlreiche Förderungen von Land und Bund, aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie dem europäischen Sozialfonds (ESF) konnten so in die Region geholt werden. Auf Basis eines in einem Beteiligungsprozess erarbeiteten Leitbildes für die Großregion wurden 2014-2021 zahlreiche Leitprojekte durch das Regionalmanagement als Projektträger sowie von Gemeinde- und Unternehmenskooperationen umgesetzt, die eine starke Breitenwirkung für die gesamte Region erzielen konnten. Als Beispiele sind der Masterplan Breitband, das Imageprojekt Murau Murtal sowie die Wirtschaftsinitiative Kraft. Das Murtal zu nennen. Der letzte große Meilenstein war die Erstellung der Regionalen Entwicklungsstrategie Murau Murtal 2021-2027, die die Regionsentwicklung der nächsten Jahre vorgibt.

Region Murau Murtal – „Österreichs starke Region“

In einem partizipativen Markenentwicklungsprozess mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wurde in den letzten beiden Jahren gemeinsam die Besonderheiten der Region herausgearbeitet und die kraftvolle Marke „Murau Murtal“ entwickelt. Damit soll das regionale Selbstbewusstsein der Menschen gestärkt und die Besonderheiten der Region noch besser zur Geltung kommen, um der Abwanderung die Stirn zu bieten. Daher wird sich noch etwas in nächster Zeit ändern: Das Regionalmanagement Obersteiermark West GmbH bekommt nicht nur eine neue Geschäftsführerin sondern auch einen neuen Namen und eine neue Website. Denn ab Herbst 2021 wird die Organisation in Region Murau Murtal umbenannt, um der engeren Kooperation der 34 Gemeinden und einem starken Außenauftritt als „Starke Region Murau Murtal“ unter einem gemeinsamen Dach Rechnung zu tragen.

(c) ROW GmbH

Mit Herz und Verstand für die Region Murau Murtal

Christine Bärnthaler übernimmt von ihrer Vorgängerin Bibiane Puhl einen starken Nachlass mit gut aufgestellten Leitprojekten und soliden Kooperationen. Sie freut sich, wieder in die Region Murau Murtal zu kommen und auf die neue Aufgabe als Geschäftsführerin des Regionalmanagement mit einem starken Team und engagierten Vorsitzenden. Gemeinsam mit ihnen möchte sie sich in Zukunft mit Herz und Verstand für die Region einsetzen und das neu entwickelte regionale Leitbild schrittweise umsetzen. Als Stärken der Region sieht sie die unterschiedlichen Kulturlandschaften, die historischen Ortskerne, das umfassende Kulturangebot und das im Vergleich zu anderen Regionen durchaus gute Arbeitsplatzangebot. Die Region Murau Murtal hat aus ihrer Sicht eine spannende Geschichte mit zahlreichen sichtbare Zeitzeugen, starken und innovativen Unternehmen mit Weltruf und kreative und authentische Bewohner*innen. Herausforderungen sieht Bärnthaler darin, den starken Trend der Abwanderung – insbesondere von jungen qualifizierten Menschen – aufzuhalten, die sichtbaren Leerstände sinnvoll zu nutzen und eine Verbesserung der Innenwahrnehmung zu erzielen: „Gesundloben anstatt Krankjammern“ sollte das Motto sein. Bärnthaler möchte ein offenes Ohr für die Anliegen aller Gemeinden haben, die ihre wichtigsten Partner sind und gemeinsam mit ihnen Zukunftsthemen für eine starke Region vorantreiben. Dabei geht es ihr um die Sache und die Region.

Ökologische und soziale Innovationen als wichtige Anliegen für die Zukunft

Ein Herzensanliegen sind der designierten ROW Geschäftsführerin Christine Bärnthaler der Umwelt- und Klimaschutz mit der Erreichung einer Energieautarkie und der Diskussion einer regionalen Energieraumplanung. Eine starke regionale Wirtschaft mit Öko-Innovationen, Green Jobs und einer kreativen Start-Up-Szene und der Durchsetzung des Kreislaufdenkens in allen Wirtschaftsbereichen ist ihre Zukunftsvision für die Region Murau Murtal.  Die Region verträgt aus ihrer Sicht mehr (kulturelle) Lebendigkeit im öffentlichen Raum, um insbesondere für jüngere Menschen attraktiver zu werden wie z.B. spontanes Musizieren oder Straßentheater, wie das in größeren Städten wie Graz der Fall ist. Kreative Menschen gibt es genug bei uns. Unsere Gesellschaft wandelt sich in den letzten Jahrzehnten rasant und es gibt immer mehr Menschen, die aktiv und gesund älter werden und neue Perspektiven suchen. Das bedeutet auch das wir neue Formen des Zusammenlebens, Wohnens, der Freizeit oder auch des ehrenamtlichen Engagements brauchen. „Wir haben viele technische Innovationen in den letzten Jahrzehnten erreichen können, nun ist es an der Zeit, auch soziale Innovationen einzuleiten.“ so Bärnthaler.

Zur Person:

Christine Bärnthaler ist Jahrgang 1966, wurde in Hessen geboren und lebt seit 1988 in der Steiermark. Sie hat in Graz Diplomgeographie und Regionalforschung studiert und bereits durch ihre Diplomarbeit für den Dachverband der österreichischen Naturparks 1996 ihre Begeisterung für die nachhaltige Entwicklung ländlicher Regionen entdeckt. 1998 hat es sie mit ihrem Mann von Graz nach Judenburg verschlagen, wo sie sehr schnell einen passenden Job als Leiterin des Umweltreferates gefunden hat. Ihr Interesse am Thema Lebenslanges Lernen brachte sie dazu, im Team des Bildungsnetzwerks Steiermark die Bildungsberatung im Oberen Murtal mit einer Beratungsstelle in Murau aufzubauen. Dabei konzipierte sie auch das 1. steirische Lernfest im Stift St. Lambrecht 2004. Weitere regionale Pionierprojekte waren u.a. die Handwerksinitiative Meisterstrasse, die Konzeption der Vermittler*innenausbildung Holzweltbotschafter*innen, die Erlebnisausstellung Zirbenland & Zukunftsgeist am Holzinnovationszentrum, die regionale Bildungsinitiative ZirbenlandAkademie oder Förderanträge für das Museum Murtal. 2005 machte sie sich mit einem Büro für Regionalentwicklung und Coaching selbständig, erst in Judenburg und ab 2016 dann in Graz. Sie entwickelte und leitete regionale Innovationsprojekte für ländliche Regionen der Steiermark, begleitete mehrere regionale Leitbildprozesse und Beteiligungsprojekte.