Interview mit Elisabeth Kogler, Murau Botschafter:innen

Wie sieht die Tätigkeit der Murau Botschafter:innen aus und handelt es sich dabei um Berufung? Lesen Sie hier das Interview mit Elisabeth Kogler.


(c) Tom Lamm

Interview mit Elisabeth Kogler, MSc

Alter: 35 Jahre
Tätigkeit: Obfrau der Murauer Botschafter:innen
Wohnort: St. Georgen am Kreischberg

Stellen Sie sich bitte kurz vor

Sehr gerne. Ich bin Lisi Kogler und komme gebürtig aus der Gemeinde Sankt Georgen am Kreischberger. Ich studierte in Graz Umweltsystemwissenschaften mit Geografie. Im Zuge des Studiums lernte ich den Naturpark Zirbitzkogel – Grebenzen kennen. Hier konnte ich erste Erfahrungen im Bereich der Regionalentwicklung sammeln. Mein Masterstudium absolvierte ich in der Stadt Salzburg zu Stadt-Land-Regionalmanagement. In der ersten Lehrveranstaltung ging der Dozent die Periphärieräume in Österreich mit uns Studierenden durch. An vorderer Stelle tauchte dort der Bezirk Murau auf und ich war wirklich sehr verwundet, wie schnell mich die Heimat wieder einholen würde. Seitdem bin ich durchgehend im Bezirk Murau angestellt. Ich hätte mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen können, nach dem Studium wieder zurückzukehren – Für mich hat es sich einfach so ergeben, ich freue mich sehr darüber.

Sie sind Murau Botschafter:in – was sind Ihre Tätigkeiten als solch eine Botschafterin?

Unser Verein feiert heuer sein 10-jähriges Jubiläum. Bisher fanden drei Ausbildungsreihen zur/m Murau Botschafter:in statt. Wir haben uns durch den Markenbildungsprozess in der Holzwelt Murau von Holzwelt Botschafter:innen in Richtung Murau Botschafter:innen weiterentwickelt. Hier gilt es das gemeinsame Tun hervorzuheben. Der Fokus liegt in der Bekanntmachung von dem Bestehenden in unserem Bezirk. Dies geben wir sehr gerne unseren Gästen aber natürlich auch den Menschen in unserer Region weiter. Unsere Region Murau Murtal ist wahnsinnig facettenreich. Daraus sind eigene Holzwelttouren entstanden, die auf unserer Plattform online eingesehen und direkt gebucht werden können. Ebenso zählen regionale Schulen zu unseren Kund:innen. Oft passen wir das Angebot an die Bedürfnisse und Interessen unserer Nutzer:innen an. Es gilt die kulturellen und historischen Schauplätze des Bezirkes in den Mittelpunkt zu rücken. Die Führungen sowie das Erzählen unserer Geschichte machen die Arbeit sehr spannend! Im Winter gehen wir Schneeschuhwandern, wir machen Waldspaziergänge und Vieles mehr.

Unsere Ursprünge liegen in der Holzwelt Murau. Durch ein Leader Projekt wurden erste gemeinsame Touren erarbeitet. Über die Jahre hinweg haben sich diese weiterentwickelt. Unser großer Vorteil liegt in der guten Netzwerkarbeit, sowie im Nutzen von Synergien. Wir dürfen die Räumlichkeiten der Holzwelt Murau mit nutzen und können uns somit laufend austauschen bzw. gegenseitig updaten.

Wie bringen Sie durch Ihre Tätigkeit die Region voran?

Ich glaube eine gute Vernetzung ist ein großer Benefit. Wir sind kein Einzelplayer, sondern versuchen ein gutes Netzwerk aufzustellen, denn wir können nicht alles allein schaffen, dafür braucht es Netzwerkpartner:innen. Denn gemeinsam hilft es dem Bezirk Murau, wenn wir hier zusammenarbeiten und gemeinsam unsere Botschaft nach außen tragen. Ein gutes Beispiel dafür sieht man bei unserem letzten Projekt: Dies wurde vom Bundesministerium gefördert und brachte als Ergebnis hervor, dass Kooperationen für gutes Gelingen wesentlich sind. Allein als Verein ist man immer an gewisse Mittel gebunden – Gemeinsam kann man mehr Ressourcen zur Verfügung stellen.

Wie schätzen Sie das kulturelle Erbe bzw. die Kulturszene in der Region Murau Murtal?

Wir haben vom kulturellen Hintergrund her wahnsinnig viel zu bieten. Es gibt großartige Initiativen wie die Murauer:innen und deren Vernetzungsarbeit, sowie Beteiligungsprojekte. Hier liegt aber noch viel Arbeit vor uns. Was sich jedoch zeigt: Es sind bereits einige Initiativen da und diese können die Region wirklich positiv beeinflussen. Die Kultur wird oft eher als Nebensache angesehen, belächelt. Aber gerade in Zeiten wie diesen, fehlen uns doch vor allem die Veranstaltungen, Treffen, sowie das soziale Miteinander. Meiner Meinung nach ist die Kultur etwas ganz Zentrales für die Weiterentwicklung der gesamten Region Murau Murtal. Manchmal scheint es so, dass es die Menschen gar nicht schätzen, was die Region alles zu bieten hat, dabei zeichnen uns doch besonders viele Angebote aus.

Was sind Ihre Top-3-Kraftquellen in unserer Region, wenn es um Lebensqualität geht?

Für mich sind die Bergpersönlichkeiten prägend. Der Gstoder ist meine Kraftquelle, an die ich als erstes denke. Bereits am Morgen schaue ich von zu Hause aus hinauf auf den Berg und bewundere die Schönheit, die er bereits in der Morgensonne darstellt. Zudem zählt der Naturpark Zirbitzkogel – Grebenzen, mit seinen Konträren, die Hochebene und das Plateau zu etwas ganz Besonderem. Auf Platz 3 kommt für mich der Ettrachsee, weil Wasser und vor allem aber die Gebirgsseen etwas ganz Beruhigendes und Stärkendes aus meiner Sicht bärgen.

Mit welchem Projekt beschäftigen Sie sich zur Zeit?

Mein berufliches Projekt bezieht sich auf Waldmedizin. Ich komme in den Naturpark Ziribitzkogel – Grebenzen als Projektleiterin zurück. Ein Leaderprojekt beschäftigt sich mit der positiven Wirkung des Zirbenwaldes auf den Menschen. Bereits im Sommer 2021 wurden erste Messungen medizinisch ausgewertet, 2022 geht es damit weiter. Eine wissenschaftliche Publikation soll am Ende die Ergebnisse darstellen: Welche positiven Wirkungen bringt das Verweilen im Wald für den menschlichen Organismus? Ähnliche Ergebnisse gab es bisher nur aus Japan, europaweit wäre dies die erste Studie zu diesem Thema.

Was möchten Sie zum Abschluss noch mitteilen?

Meine Anregung: Eine großartige Tour mit den Murauerbotschafter:innen buchen! Es zahlt sich aus, denn wenn UNS eines auszeichnet, dann dass die Botschafter:innen alle mit Herzblut dabei sind. Wir haben Expert:innen zu Schwerpunkten mit im Team, die je nach Tour die Gäste auf ganz besondere Aspekte aufmerksam machen, zum Beispiel rund um das Thema ‚Energie‘ oder ‚Geschichte des Bezirks Murau‘. Die Plattform zum Nachlesen und Buchen: Murau Holzwelt – Geführte Touren und Besichtigungen (murau-botschafter.at)

Nicht alle Touren sind aber darin enthalten, daher lohnt es sich, einfach bei den Botschafter:innen persönlich nachzufragen!

Sehr gerne möchte ich noch eine Veranstaltung ankündigen:

Am Samstag, den 30. April 2022 findet ein Frühlingsbrunch im Schloss St. Peter am Kammersberg statt. Zu diesem gemütlichen Event sind Interessierte sowie Netzwerkpartner:innen eingeladen. Es werden die Botschafter:innen und ihre Tätigkeiten vorgestellt, sowie a bissl G‘Essen, a bissl G’Redad und vor allem a bissl Zam‘Gsessn.

(c) Tom Lamm
(c) Tom Lamm