Interview mit einer Pädagogin in Ausbildung

Die 28-Jährige, Natalie Kersic, ist derzeit Studierende und wird ab Herbst 2021 als Pädagogin an der Mittelschule Fohnsdorf tätig sein.


(c) HAK Judenburg

Interview mit Frau Kersic

Name: Natalie Kersic
Beruf: Derzeit Studierende und wird ab Herbst 2021 als Pädagogin an der Mittelschule Fohnsdorf tätig sein.
Alter: 28 Jahre jung

Wie sind Sie auf die Abend HAK aufmerksam geworden?

Ich bin durch einen Zeitungsartikel auf die Ausbildung aufmerksam geworden. Ich wollte mich über das Nachholen der Matura informieren. Damals startete der zweite Jahrgang an der Abend HAK. Nach dem Zeitungsartikel stimmte ich mich mit Herrn Prof. Raffalt ab und führte mit ihm ein Gespräch, ob denn diese Schulform für mich passend ist.

Was war Ihr erster Bildungsweg?

Das neunte Schuljahr besuchte ich in einer HLW. Darauf folgte eine Lehre bei einem Einrichtungshaus in Judenburg, die ich mit sehr gutem Erfolg abgeschlossen habe.

Starke Frauen prägen unsere Region heute sichtbar – waren die Frauen in Murau Murtal schon immer stark oder hat irgendwann ein Wandel, auch in der Wahrnehmung, stattgefunden?

Ich glaube, dass wir Frauen unsere Stärke nie nach außen hin so gezeigt haben. Wir waren schon immer stark, jetzt beginnen wir nur dies auch nach außen zu tragen. Vielleicht haben wir auch mehr Durchsetzungsvermögen und Durchhaltevermögen – nur eine Vermutung meinerseits. Gestartet haben damals über 40 Personen, fertig geworden sind tatsächlich nur 7 Personen. Die Gruppe ist dann sehr geschrumpft. Der Zeitaufwand und Leistungsdruck war schon groß, der Abschluss wird einem nicht geschenkt. Dessen sollte man sich im Vorhinein schon bewusst sein. Wir hatten damals auch ein Schuljahr mit vier Tagen in der Woche Unterricht, ansonsten waren es nur drei. Viele sind dadurch zeitlich auf der Strecke geblieben. Wenn man da sich nicht selbst hinpusht, ist es nicht möglich, durchzuhalten. Auch die Unterstützung von außen ist wesentlich, um das Ziel der Matura zu erreichen. Eine Mama mit kleinen Kindern war dabei, sie schaffte auch den Abschluss – sie hatte sehr gute Unterstützung von zuhause. Zudem benötigt es auch Unterstützung von der Klasse, Teamfähigkeit ist relevant. Es braucht immer mehrere Personen bzw. einen ganzen Jahrgang, um das Jahr zu schaffen. Gemeinsam ist man stärker.
Dies ist ebenso im Studium Voraussetzung. Es braucht immer einen kleinen Kreis von KollegInnen, auf den man sich zu 100% verlassen kann. Es braucht Verständnis und guten Austausch. Dies ist ein Lernprozess, man muss manchmal eine neue Position beziehen, auch das Problemlösen bzw. die Problemlösungsfähigkeit ist wichtig.

Wer hat Sie für diesen Beruf/Ausbildung begeistert, haben Sie Vorbilder?!

Für die Abend HAK gab es keine Vorbilder, dafür habe ich mich selbst begeistert. Nach der Lehre wusste ich, das war es noch nicht, ich will weiter machen, weiter lernen. Im Lebenslauf wollte ich unbedingt eine Matura vorweisen. Nach der Hauptschule in Zeltweg besuchte ich kurz die HLW und entschloss mich in weiterer Folge für die Lehre. Im Anschluss habe ich mich selbst motiviert – das Ziel der Matura zu erreichen.

Für meinen zukünftigen Beruf im Herbst nehme ich mir viel vor. Die Diversität der SchülerInnen gilt es meinerseits besser einzubeziehen und grundsätzlich individueller abgestimmt zu arbeiten. Das Eingehen auf die und Verstehen von den SchülerInnen sind mir ganz wichtig.

Welche Initiativen/Maßnahmen wären für Sie sinnvoll, um mehr Männer für den Bildungsbereich zu begeistern?

Man müsste ihnen aufzeigen, was es bedeutet, wenn sie die Ausbildung abgeschlossen haben. Vor allem die Lehrpersonen sollten hier individueller auf die Männer eingehen. Wenn ich mich frage, was würde ich bei der Abend HAK verändern? Eigentlich nicht viel, denn das Konzept ist nicht nur ausschließlich auf Frauen zugeschnitten.

Wie sehen Sie Aus- und Weiterbildungen am Arbeitsmarkt?

Ich habe ja die Matura in der Abendschule nachgeholt. Im Alter von 14 Jahren ist die Entscheidung für die Zukunft noch sehr schwierig. In diesem Alter hängt es sehr vom Habitus der Eltern ab. Diese leiten die Jugend in diesem Alter noch wesentlich und bestimmen in gewisser Weise die Schullaufbahn mit. Es gibt auch in der Region tolle Möglichkeiten über das BFI oder eben die Abend-HAK, wo die Matura nachgeholt werden kann.
Es gibt ganz viele Möglichkeiten für Weiterbildungswege. Abgeschlossene Ausbildungen stärken und prägen uns ja auch. Die Selbstwirksamkeit steigt, wir sind resilienter, nehmen für Berufs- und Privatleben viele Erfahrungen sowie Wissen mit. Bildung stärkt uns als Menschen, daher ist mir eine passende Bildung bzw. Weiterbildung und Beruf für jeden sehr wichtig.

Was macht Sie stark in der Region Murau Murtal?

Für mich sind die Natur und die regionale Anbindung sehr wichtig.

Was möchten Sie interessierten Ausbildungshungrigen in unserer Region mitgeben?

Durchhalten, einfach durchhalten. Das Passende für sich finden und in die Ausbildung hineinschnuppern: Ist das was für mich?! Unbedingt alle Möglichkeiten ausloten! Für jeden gibt es etwas Passendes im Hinblick auf Aus- und Weiterbildung.

Können Sie die Ausbildung der Abend HAK weiterempfehlen?

Ja natürlich kann ich diese weiterempfehlen. Ich glaube, die Abend HAK ist eine abwechslungsreiche und sehr wertige Ausbildung. Auch in den Unternehmen ist diese anerkannt, dies ist sehr wichtig.

Vielen Dank für das Interview!

Informationen zur Abend HAK Judenburg

Start der achtsemestrigen Abend HAK Ausbildung im September 2022 (Anmeldung ab sofort möglich) Mehr Informationen und Anmeldung dazu auf www.hakju.at

 

Ansprechperson:

Mag. Katrin Steinkellner-Maislinger
katrin.steinkellner@hakju.at
Tel. 05 0248 048 (Sekretariat der BHAK/BHAS Judenburg)

(c) Natalie Kersic