Starke Sprache: Poesie-Power in Murau Murtal

Wie Worte uns und unsere Region prägen

Birgit Krenn hilft Menschen, dass sie ihre Sprache finden, ihre Wahrnehmung schärfen und neue Perspektiven einnehmen können. Die Schriftstellerin mit starker pädagogischer Ader ist nach längerer, zwischenzeitlicher Abstinenz wieder nach Murau Murtal zurückgekehrt und hat die Region mit neuen Augen wiederentdeckt bzw. neu schätzen gelernt. Auch diese Gabe versucht sie weiter zu transportieren und selbst zu leben. Mit Erfolg.

Kurze Vorstellung Ihrerseits?

Ich bin Poesiepädagogin, Schriftstellerin, Sozial- und Berufspädagogin und gebe seit über 10 Jahren Kurse für Kreatives Schreiben für Menschen ab 8, in Graz, an der VHS Oberes Murtal in Zeltweg und jetzt auch in Fohnsdorf. Am 22./23. Juni gibt es in Fohnsdorf einen Workshop für Kinder. Daneben begleite ich Schreibende bei größeren Schreibprojekten wie Biografien oder Romanen bzw. biete ich Begleitung und Unterstützung an, wenn es darum geht, überhaupt ins Schreiben zu kommen. Auch für das Schreiben gilt, dass man durch Übung besser wird.

Warum haben Sie sich dazu entschlossen, zurück in unsere Region Murau und Murtal zu ziehen?

Ich bin hier geboren, ich habe meine Kindheit hier verbracht, meine Familie lebt hier. Ich hatte die Möglichkeit, mich besser kennenzulernen, indem ich das Vertraute zurückgelassen habe. Nach fast zwanzig Jahren Wien war es genug. Hinzu kommt, dass mir die Stadt zu eng geworden ist. Ich weiß nicht, wie oft ich mit dem Zug schon Murau Murtal durchquert habe. Seit meinem vierzehnten Lebensjahr fahre ich mit dem Zug, aber immer, immer spüre ich, wie ich innerlich weiter werde, wenn sich nach Kobenz das Murtal vor mir ausbreitet, umrahmt von den Seckauer Tauern und den Seetaler Alpen. Der Anblick bleibt für mich unfassbar schön!
Ich brauche Natur, ich brauche Grün, das tut mir einfach gut, überhaupt schätze ich die Lebensqualität im Murtal. Ich kann mit dem Rad fahren, zu Fuß gehen, die Öffis nutzen. Ich weiß, großteils zumindest, wo mein Essen herkommt. Da sind wir den Städtern gegenüber schon deutlich im Vorteil. Dringend notwendig ist eine bessere medizinische Versorgung für uns Frauen, zum Beispiel eine zusätzliche Kassengynäkologin.

Wie bringen Sie Menschen und Unternehmen voran?

Das ist eine schwierige Frage. Immer nur soweit, wie es die Bereitschaft dafür gibt.
Ich interessiere mich für das Authentische in den Menschen. Das macht wohl auch die Faszination an Literatur für mich aus – es geht immer um das Wesentliche, das, was den Menschen bewegt, antreibt oder auch zurückhält. Mich interessiert das Eigene. In der Sprache und an der Person. Wir schauen alle denselben Himmel an, aber jede/jeder erlebt den Moment anders, verbindet etwas anderes damit. Es ist wichtig zu wissen, wie man selbst die Dinge sieht, dann erst kann man sein Leben nach den eigenen Bedürfnissen ausrichten, selbst aktiv werden. Schreiben ist ein guter Weg, sich im Gestalten zu üben. Auch der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen und sie auszudrücken. Anders formuliert: Meine Teilnehmerinnen und Teilnehmer dürfen über sich selbst ins Staunen kommen, wenn sie erkennen, was alles in ihnen steckt.

Warum ist die Region Murau Murtal eine Inspirationsquelle?

Ich schätze die Mischung aus Weite und Begrenzung, die abwechslungsreiche Landschaft und wie sie sich je nach Licht und Wetterlage verändert und sich mir immer wieder neu und frisch zeigt. Das macht den Kopf frei und erlaubt weite Gedankengänge, aber auch genug Halt, um sich darin nicht zu verlieren.

Wo liegen Ihre Kraftorte in der Region?

Ich habe keinen bestimmten Kraftort. Das Murtal bietet so viele Möglichkeiten, wo man schnell Kraft tanken kann und sich eine Auszeit nehmen kann. Für mich ist es wichtig, dass ich schnell und auch ohne Auto hinkommen kann. Die Therme in Fohnsdorf und das Freibad in Fohnsdorf sind Orte, wo ich mich entspannen und erholen kann, aber auch die vielen Spazier- und Wanderwege in der Region.

Danke für das Interview!

 

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