Beste medizinische Versorgung für Murau Murtal

Nadja Bischof ist Direktorin der Gesundheits- und Krankenpflegeschule des Landes Steiermark am Standort Stolzalpe. Sie ist tagtäglich im Einsatz, um das pflegerische Angebot zukünftig auf einem Top-Niveau zu halten und anerkannte Kompetenzen noch weiter zu stärken. Sie und ihre Stellvertreterin Andrea Schnedl haben ein Statement zum Angebot in der Region und zum Thema Gesundes Altern verfasst.

Vielfalt mit Qualität kombiniert

Die Gesundheits- und Krankenpflege hat in der Region Murau Murtal einen hohen Stellenwert, dieser ist unter anderem auf die Vielfalt im Bildungsbereich zurückzuführen. Hier sind die Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Standort Stolzalpe ebenso zu erwähnen, wie die Fachschulen in Murau, Feistritz und Großlobming. Ein gänzlich neues Schulprojekt stellt die Höhere Lehranstalt für Sozialbetreuungsberufe und Pflege dar – kurz HLSP – welche mit Schuljahr 2020/2021 startet. Das Caritaszentrum für Sozialberufe Graz bietet, in Kooperation mit unserer Schule, die Möglichkeit Matura mit dem Berufsabschluss der Pflegefachassistenz an. Diese 5-jährige Schulform wird in Wohnortnähe an der HLW Murau angeboten. Zusätzlich wären noch die Pflegedrehscheibe Murau Murtal, die ARGE Gesundheits- und Betreuungsdienste sowie aktuelle Projekte wie zum Beispiel die Caritas Murau zum Thema Demenzgemeinden anzuführen. Bei letzterem geht es vor allem um die Situation der pflegenden Angehörigen sowie um Sensibilisierungsarbeit der Bevölkerung.

Ganzheitliche Ausbildungsstätte Stolzalpe

Die Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Standort Stolzalpe legt unter anderem großen Wert auf die Wissensvermittlung zu komplementären Pflegemethoden (z.B. Aromatherapie), welche bei PatientInnen sehr gut angenommen wird. Ebenso wird ein respektvoller Umgang untereinander, selbstständiges Arbeiten der SchülerInnen, sowie Wohlfühlen und ein Gesundes Miteinander gefördert. Dies zeigt sich vor allem durch eine gerade erhaltene Auszeichnung zur „Gesunden Schule“. Die Bildungseinrichtung arbeitet hier mit der Initiative „Styria Vitalis“ zusammen. Durch eine Bedarfserhebung wurde ein entsprechendes Bildungsangebot zusammengestellt. Dieses kann von SchülerInnen wie vom Lehrpersonal gleichermaßen genutzt werden.

Seelisches Wohlbefinden wird groß geschrieben

Wesentliches Thema ist auch die psychische Gesundheit der Bevölkerung in Murau Murtal. Denn auch das seelische Wohlbefinden in der Region muss ein vordringliches Thema werden: Hier soll explizit die Suizidprävention angesprochen werden, welche wertvolle Angebote durch GoOn Suizidprävention und durch das Psychosoziale Netzwerk zur Verfügung stellt. Die starke Region Murau Murtal ist von Landschaft, Natur und Kultur geprägt – dies kann auch zur Förderung unserer Gesundheit dienen. In der Region finden sich sehr viele verschiedene Vereine, welche wesentlich zum sozialen Miteinander beitragen. Durch etwaige Verbesserungen in der Arbeitssituation würden sich durchwegs neue Chancen für unsere Jugendlichen auftun.

Gesund bleiben bis ins hohe Alter

Wie man gesund bleiben kann? Dies kann individuell vor allem durch eine gesunde Ernährung erreicht werden. Dies ist der regionalen Bevölkerung bereits bewusst und es gibt auch bereits Angebote in der Region zu diesem Thema. Der nächste wesentliche Punkt um gesund zu bleiben ist körperliche und geistige Gesundheit. Dazu zählen etwa Gedächtnistrainings, welche bereits in der Region angeboten werden. In den Pflegewohnhäusern wiederum stellt dies einen wichtigen Bestandteil des Gesamtprogramms dar. Denn geistige und körperliche Aktivität ist sehr essentiell, um selbstständig zu bleiben und gesund zu altern.

Wer sozial integriert ist, bleibt gesünder

Auch soziale Vernetzung und Integration tragen stark zu einem gesunden Altwerden bei – gerade für ältere Menschen ist dies eine wichtige Anlaufstelle. Aber auch die Programme von Pensionisten- und Seniorenverbänden ergänzen das Angebot. Zum Beispiel gibt es von der Caritas eine Gruppe, welche Einsamkeit in die Region thematisiert und bewusstseinsbildend agiert. Ein weiteres geplantes Projekt ist Neumarkt auf dem Weg zur demenzfreundlichen Gemeinde. Hier gibt es eine Kick-Off-Veranstaltung am 15. Jänner 2020. Es geht darum, die Bevölkerung zu sensibilisieren und Menschen mit einer beginnenden Demenz in der Gesellschaft zu halten. Vielfältige Bestrebungen versuchen, diesen Menschen Normalität und Eingebunden-Sein zu erleichtern – auch ein wichtiger Faktor, um dem Herausfallen aus der Gesellschaft vorzubeugen.

Wohnen als wesentlicher Wohlfühlfaktor im Alter

Ein weiteres Thema hierbei ist die bessere Berücksichtigung der Wohnsituation von alten Menschen. Hier gibt es noch zu wenige Möglichkeiten zwischen Wohnen zuhause und dem Pflegewohnheim. Es braucht eindeutig mehr Angebote wie unterstütztes Wohnen, Wohngemeinschaften oder Betreutes Wohnen. Diese Wohnsituationen beinhalten auch das erforderliche gesellschaftliche Miteinander. Der Ausbau der Anzahl der Pflegebetten hilft nur bedingt, wenn es dazwischen fehlt. Denn viele Menschen könnten mit mehr Unterstützung noch zuhause wohnen.

Pflege übernimmt breite Verantwortung

Was man nicht unterschätzen darf: Pflegepersonen können Ansprechpersonen und Schnittstellen für andere Einrichtungen sein. Dies ist sehr wichtig, da Pflegekräfte auch auf die alltäglichen Bedürfnisse und Ressourcen der zu pflegenden Personen schauen und nicht nur auf deren Erkrankungen und Defizite. Zum Beispiel: Was fehlt beim Wohnen, was braucht es für den Alltag der Menschen oder welche Ressourcen gibt es in den Gemeinden zur Unterstützung. Ebenso zu bedenken ist die Mobilität älterer Menschen. Wir müssen uns mit den Fragen beschäftigen, wie ältere Menschen öffentliche Verkehrsmittel nutzen können oder inwiefern ein SeniorInnentaxi funktionieren muss. Hier kann man aktiv der Einsamkeit entgegenwirken.

Unterstützung auch für pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige brauchen mehr Unterstützung, um den gepflegten Personen ein gesundes Altwerden zu ermöglichen. Oft sind diese Personen auch von psychosomatischen Erkrankungen betroffen, da sie in ihrem Alltag sehr gefordert sind. Sicherlich gibt es verschiedene Angebote in der Region, aber diese müssen sukzessive besser ausgebaut werden – damit letztlich auch die pflegenden Angehörigen gesund altwerden können.

Gesund ins neue Jahr und 2020+

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass wir in einer sehr naturverbundenen Region leben und diese Umgebung zu schätzen wissen. Bildung hat einen hohen Stellenwert, der von verschiedensten Einrichtungen hoch gehalten wird. Wie die Gesundheit einer Region zu messen wäre, ist schwierig festzulegen. Aber es gehören mehrere Aspekte wie soziale Kontakte, gesunde Ernährung, wertschätzender Umgang miteinander, körperliche und geistige Aktivitäten und vieles mehr dazu. Jeder von uns kann einen Beitrag leisten: Etwas Gutes tun für die seelische, körperliche und geistige Gesundheit. In diesem Sinne wünschen wir allen ein gesundes Neues Jahr 2020.